Fast 40 Jahre gab es zwei deutsche Staaten. Zum einen die Bundesrepublik Deutschland im Westen mit Demokratie und Freiheit. Zum anderen existierte die Deutsche Demokratische Republik im Osten mit Kommunismus und Mauer, die im Jahr 1989 nach der Friedlichen Revolution fiel. Wir haben die bewegende und spektakuläre Geschichte der DDR in einer Zeitleiste zusammengefasst.
08.05.1945 Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Ende des Zweiten Weltkrieges. Beginn des Wiederaufbaus mit gegensätzlichen Konzepten in den Westzonen (Westorientierung) und in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ; Aufbau kommunistischer Strukturen nach Vorbild der UdSSR).
21.04.1946 Zwangsvereinigung von KPD (Ost) und SPD (Ost) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).
23.06.1948 Währungsreform in der westlichen Trizone festigt die wirtschaftliche Teilung Deutschlands.
23.06.1948 Währungsreform in der SBZ als Antwort auf die der Westzonen.
24.05.1949 Inkraftreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
07.10.1949 Gründung der DDR durch die Volksratsbewegung. Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl Ministerpräsident.
08.02.1950 Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin.
17.06.1953 Arbeiter-Aufstand in der DDR wird mithilfe russischer Besatzungstruppen niedergeschlagen.
1955 Souveränität für Bundesrepublik und DDR sowie Eingliederung in die Verteidigungsbündnisse (06.05.1955: BRD wird Mitglied der NATO; 14.05.1955: DDR wird Mitglied des Warschauer Paktes).
12.09.1960 Walter Ulbricht wird Staatsratsvorsitzender der DDR.
13.08.1961 Infolge massiver Auswanderungswellen aus der DDR in den Westen reagiert die DDR-Regierung mit dem Bau der Mauer und der Schließung der Westgrenzen.
17.12.1964 Passierscheinabkommen zwischen DDR und West-Berlin ermöglicht die Einreise in die DDR für Westbürger.
21.12.1972 Unterzeichnung des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages.
02.05.1974 Öffnung von Ständigen Vertretungen in Ost-Berlin und Bonn.
01.08.1975 Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki u.a. von BRD und DDR.
29.10.1976 Erich Honecker wird Staatsratsvorsitzender der DDR.
16.11.1976 Dem Liedermacher Wolf Biermann wird von den „zuständigen Behörden der DDR […] das Recht auf weiteren Aufenthalt in der DDR“ entzogen, wodurch sich erheblicher Protest in der Künstlerszene der DDR regt.
29.06.1983 Angesichts der schlechten wirtschaftliche Situation der DDR (Mangel an Devisen, Rohstoffen, etc.) erhält die DDR einen Milliarden-Kredit von der Bundesrepublik.
10.03.1985 Michael Gorbatschow wird neuer russischer Generalsekretär. Glasnost und Perestrojka werden zur neuen Maxime der Sowjetpolitik.
29.06.1989 Ungarn öffnet aus wirtschaftlichen und politischen Erfordernissen die Grenze zu Österreich, wodurch ein erster „Riss“ im Eisernen Vorhang entsteht, der die Flucht von unzufriedenen DDR-Bürgern in das Ausland ermöglicht.
07.05.1989 Die Kommunalwahlen der DDR werden erstmals von Bürgerrechtlern überwacht, wodurch massiver Wahlbetrug seitens der Behörden aufgedeckt wird. Der Widerstand gegen das SED-Regime nimmt zu und äußert sich in Mahnwachen und Demonstrationen wie zum Beispiel in den „Leipziger Montagsdemonstrationen“ ab dem 10. September 1989.
19.09.1989 Der neu gegründeten Oppositionsgruppe „Neues Forum“ wird die Zulassung versagt. Dennoch erhält die als „staatsfeindlich“ eingeschätzte Gruppierung großen Zulauf.
04.10.1989 Nach Bekanntgabe der Ausreiseerlaubnis für die ausbürgerungswilligen DDR-Bürger in der Prager Botschaft passieren die Sonderzüge mit den Flüchtlingen auf Wunsch der DDR ostdeutsches Territorium. Tausende Menschen, die auf eine Mitfahrt spekulieren werden durch die Staatssicherheit und Volkspolizei aus den Bahnhöfen ausgesperrt.
09.10.1989 Die bedeutendste Montagsdemonstration findet in Leipzig statt.
07.10.1989 Der 40. Jahrestag der DDR wird mit einer großen Parade in Ost-Berlin gefeiert. Der sowjetische Staatschef Gorbatschow gilt in der DDR-Bevölkerung als Hoffnungsträger für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in der DDR.
18.10.1989 Erich Honecker wird nach einem internen Machtkampf offiziell„aus eigenem Wunsch“ aus dem Amt als SED-Generalsekretär entlassen. Sein Nachfolger Egon Krenz möchte die „Wende“ herbeiführen.
04.11.1989 Auf der größten Massendemonstration fordern eine Million Menschen, darunter auch bekannte Künstler wie Christa Wolff, den Erhalt von Grundrechten sowie freie Wahlen.
08.11.1989 Das Politbüro beschließt nach weiteren personellen Veränderungen eine neue Reiseregelung.
09.11.1989 In einer Pressekonferenz verkündet Politbüro-Mitglied Günter Schabowski die neuen Reiseregelungen. Die überraschten DDR-Grenztruppen beugen sich in der Nacht dem Druck der Bevölkerung an den Grenzübergangsstellen (GÜST) und öffnen die Mauer.
28.11.1989 Helmut Kohl stellt sein „Zehn-Punkte-Programm“ zur Deutschlandpolitik im Bundestag vor.
01.12.1989 Nach einer Verfassungsänderung ist die führende Rolle der SED nicht mehr Bestandteil der Verfassung der DDR.
06.12.1989 Das DDR-Politbüro tritt geschlossen zurück.
07.12.1989 An einem „runden Tisch“, der zwischen Staatsführung und Opposition vermitteln soll, wird mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung der DDR sowie mit der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beschlossen.
04.02.1990 Die SED benennt sich in PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) um.
18.03.1990 Aus den ersten demokratischen Wahlen zur Volkskammer geht die CDU als Wahlsieger hervor. Lothar de Mazière wird Regierungschef.
01.07.1990 Durch eine Währungsreform wird die D-Mark Zahlungsmittel in der DDR.
21.09.1990 Britische und luxemburgische Widerstände gegen die Wiedervereinigung werden ausgeräumt. Nach langem Tauziehen wird der „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ durch die Besatzungsmächte und die beiden deutschen Staaten unterzeichnet.
03.10.1990 Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am „Tag der deutschen Einheit“. Somit offizielles Ende von Besatzungszeit und zweitem Weltkrieg.
Zusammengestellt von Marcus Pfeiffer.